Der Oberst stieß sie nachts bei Frost aus dem Waggon, als weit und breit keine Seele war, ohne auch nur zu ahnen, wer dieses Mädchen in Wirklichkeit war und dass ihn sehr bald etwas noch Schrecklicheres erwartete 😳😱
Der Oberst konnte die neue junge Frau vom ersten Tag an nicht leiden.
Sie erschien in der Einheit plötzlich, ohne viele Worte, in einer schlichten Uniform ohne Abzeichen. Jung, ruhig, sie sah ihm direkt in die Augen und senkte den Blick nicht. Das irritierte ihn sofort.
Der Konflikt begann bei der Aufstellung.
— Wer hat dich hierher geschickt? — fragte er kalt, als er an ihr vorbeiging.
— Ich wurde per Befehl versetzt, — antwortete das Mädchen ruhig.
— Welcher Befehl? Hier gebe ich die Befehle, — grinste er.
Sie wandte den Blick nicht ab.
— Dann hat man ihn Ihnen wohl noch nicht gezeigt.
Jemand in der Reihe lachte leise. Der Oberst drehte sich abrupt um.
— Glaubst du, du bist etwas Besonderes? Solche wie dich habe ich dutzendweise gebrochen.
— Versuchen Sie es, — antwortete sie kurz.
Danach verbarg er seine Gereiztheit nicht mehr.
Während der Übungen kritisierte er jede ihrer Bewegungen. Vor allen anderen erhob er die Stimme.
— Hast du zwei linke Hände?
— Verstehst du überhaupt, wo du hier gelandet bist?
— Das ist kein Ort für Mädchen.
Sie antwortete fast nicht. Manchmal sah sie ihn nur so an, dass es ihm unangenehm wurde, aber er tat so, als merke er es nicht.
Ein paar Tage später wurde die Einheit mit dem Zug verlegt. Nachtfahrt durch die Berge, ein langer Zug, fast alle schliefen.
Der Oberst schlief nicht. Er ging im Waggon auf und ab und dachte nur an eines — sie loszuwerden. Ohne Lärm, ohne unnötige Fragen.
Er bemerkte sie an der Tür. Das Mädchen stand allein und blickte in die Dunkelheit. Hinter dem Fenster zogen Berge vorbei, unten schwärzte sich der Fluss. Der Waggon schwankte leicht.
Er trat leise näher.
— Kannst du nicht schlafen? — sagte er und blieb neben ihr stehen.
Sie drehte sich nicht um.
— Frische Luft.
— Das hier ist kein Spaziergang, — grinste der Oberst. — Verstehst du überhaupt, dass du hier nicht überleben wirst?
Sie drehte sich langsam zu ihm.
— Sie sind sich zu sicher.
Er trat näher.
— Und du redest zu viel.
Die Tür stand einen Spalt offen. Kalte Luft schlug ins Gesicht.
Er packte sie abrupt an der Schulter.
— Schluss jetzt.
Sie schaffte es nicht einmal, richtig zu reagieren.
Eine ruckartige Bewegung. Der Oberst stieß sie mit aller Kraft.
Der Körper der Soldatin verschwand rückwärts in der Dunkelheit. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke. Kein Schrei. Keine Panik. Nur ein direkter Blick. Dann war sie verschwunden.
Unten war der Abgrund. Felsen. Fluss. Nacht. Frost. Er schlug sofort die Waggontür zu. Metall dröhnte dumpf.
Ein paar Sekunden stand er da und atmete schwer. Dann richtete er seine Uniform und ging ruhig zurück.
Im Waggon war es still. Alle schliefen. Niemand hatte etwas gesehen. Er war sicher, dass alles vorbei war, dass er sie so leicht losgeworden war, aber der Oberst wusste, wer dieses Mädchen war und wozu sie fähig war 😳 Fortsetzung der Geschichte im zweiten Teil, im ersten Kommentar 👇👇
Am Morgen verhielt er sich wie gewöhnlich. Sogar ruhiger.
Es gab keine Fragen. Niemand bemerkte ihr Verschwinden. Ein paar Tage vergingen. Dann fiel eines Nachts in der Einheit der Strom aus. Zuerst schenkte dem niemand Beachtung.
Dann begannen die Systeme auszufallen. Kameras. Kommunikation. Türen. Der Oberst trat in den Korridor. Es war dunkel. Nur die Notlichter flackerten. Er hörte Schritte. Langsam. Gleichmäßig. Er drehte sich um.
Am Ende des Korridors stand sie. Dieselbe Uniform. Dieselbe Frisur. Nur ihr Gesicht war blasser. Am Ärmel Blut. Aber sie stand gerade, als wäre nichts geschehen.
Er erstarrte.
— Du…
Sie machte einen Schritt nach vorn.
— Haben Sie wirklich gedacht, es wäre so einfach?
Er wich zurück.
— Das ist unmöglich.
— Sie haben nicht gefragt, wer ich bin, — sagte sie ruhig.
Er versuchte, sich zu fassen.
— Ich habe dich selbst…
— Ja, — unterbrach sie ihn. — Sie haben einen Fehler gemacht.
Sie kam näher.
— Ich bin nicht aus Ihrer Einheit. Und nicht aus Ihrem System.
Das Licht flackerte wieder.
Alle Türen ringsum schlossen sich mit einem dumpfen Geräusch.
Der Oberst verstand, dass er allein war.
Sie blieb wenige Schritte vor ihm stehen.
— Ich habe überlebt, — sagte sie leise. — Und ich hatte Zeit nachzudenken.
Er versuchte, sein Telefon zu greifen, aber der Bildschirm war schwarz.
— Was willst du? — fragte er scharf.
Sie sah ihm direkt in die Augen.
— Dasselbe, was Sie getan haben.
Er machte einen Schritt zurück. Der Boden unter seinen Füßen begann plötzlich zu beben. Er drehte sich um. Hinter ihm war ein offener technischer Schacht, den es vorher nicht gegeben hatte.
Er sah wieder zu ihr.
Sie stand ruhig da.
— Nacht. Kälte. Niemand ringsum, — sagte sie. — Erinnern Sie sich?
Er versuchte zu schreien, doch in diesem Moment erlosch das Licht vollständig.
Eine Sekunde später war in der Dunkelheit ein kurzes Geräusch zu hören.
Und wieder Stille.
Am Morgen hieß es in der Einheit, der Oberst sei verschwunden. Niemand verstand, wie das geschehen war. Doch die Kameras funktionierten zu diesem Zeitpunkt nicht. Und im Archiv tauchte ein kurzer Aufnahmefehler auf. Darauf ist für einen Moment zu sehen, wie im dunklen Korridor jemand steht. Und direkt in die Kamera schaut.
