Der Prinz versammelte 99 maskierte Mädchen aus allen Ecken des Königreichs und schwor, diejenige zu heiraten, deren Stimme sein Herz erobern würde. Doch als die Auserwählte ihre Maske abnahm, erstarrte der gesamte Palast vor Entsetzen über das, was er sah 😱
Der Prinz war im ganzen Königreich schon lange nicht nur für seinen Reichtum und seinen Titel bekannt, sondern auch für seine ungewöhnliche Sturheit.
Er war bereits fünfundzwanzig Jahre alt, und benachbarte Könige und Herzöge boten ihm ständig Bräute aus den vornehmsten Familien an. Doch keine von ihnen hatte sein Herz jemals erobern können.
Die einen waren schön, die anderen klug, wieder andere stammten aus alten Adelsgeschlechtern. Doch jedes Mal lächelte der Prinz nach dem Kennenlernen nur höflich und sagte:
— Nein. Das ist nicht die Frau, die ich suche.
Die Hofleute begannen sich bereits Sorgen zu machen.
Der König wurde älter, und der Thronfolger wollte immer noch nicht heiraten.
Eines Tages verkündete der Prinz während eines weiteren Balls plötzlich seine Entscheidung vor dem gesamten Hof.
— Ich liebe Musik mehr als alles andere auf der Welt. Ich möchte, dass meine zukünftige Frau so singen kann, dass ihre Stimme die Herzen berührt. Deshalb veranstalte ich einen besonderen Wettbewerb.
Die Gäste verstummten sofort.
— In einem Monat werden Mädchen aus dem ganzen Königreich in den Palast kommen. Und ich schwöre, dass ich diejenige heiraten werde, deren Stimme schöner ist als alle anderen.
Ein aufgeregtes Murmeln ging durch den Saal.
Doch der Prinz hob die Hand und fuhr fort:
— Damit alles fair bleibt, wird jede Teilnehmerin mit einer Maske auftreten. Ich möchte weder Gesichter noch Kleidung sehen. Ich werde nur auf die Stimme hören.
Diese Nachricht verbreitete sich im ganzen Land.
In den Palast kamen nun Töchter reicher Familien, Grafentöchter, Fürstinnen und die Töchter einflussreicher Kaufleute. Jede träumte davon, die zukünftige Prinzessin zu werden.
Am festgelegten Tag war der gewaltige Thronsaal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Auf einer erhöhten Plattform saß der Prinz. Vor ihm befand sich eine Bühne.
Eine nach der anderen traten die Mädchen mit identischen Masken auf die Bühne.
Die Erste sang wunderschön. Die Zweite sogar noch besser. Die Dritte überraschte viele Gäste.
Doch der Prinz hörte ruhig zu und schüttelte den Kopf.
— Die Nächste.
So ging es stundenlang weiter.
Ein Mädchen brach nach der Ablehnung direkt auf der Bühne in Tränen aus. Eine andere lief aus dem Saal und bedeckte ihr Gesicht mit den Händen.
Eine Dritte konnte ihre Tränen nicht zurückhalten und verließ den Palast zusammen mit ihren Verwandten.
Als die achtundneunzigste Teilnehmerin auftrat, glaubten viele bereits, dass der Prinz wieder niemanden auswählen würde.
Doch dann öffneten sich die Türen.
Das letzte Mädchen betrat den Saal. Sie trug eine schlichte dunkle Maske. Keine Edelsteine. Keinen teuren Schmuck.
Niemand schenkte ihr besondere Aufmerksamkeit. Die Gäste begannen zu tuscheln.
— Wahrscheinlich wird auch sie verlieren.
— Die Besten haben bereits gesungen.
— Sie hat bestimmt keine Chance.
Das Mädchen stieg langsam auf die Bühne.
Im Saal wurde es still. Dann begann die Musik zu spielen. Und das Mädchen begann zu singen.
Schon nach den ersten Worten sahen sich die Menschen überrascht an.
Ihre Stimme war so wunderschön, dass es schien, als würde kein Mensch singen, sondern ein märchenhafter Vogel.
Einige Gäste hielten vor Bewunderung den Atem an. Selbst die Musiker vergaßen zeitweise ihre Einsätze.
Sogar die Wachen an den Türen hörten aufmerksam zu, ohne den Blick abzuwenden. Und zum ersten Mal an diesem Tag beugte sich der Prinz auf seinem Thron nach vorne.
Er konnte den Blick nicht von der Bühne lösen. Mit jeder Sekunde wurden seine Augen heller.
Als das Lied endete, herrschte absolute Stille im Saal.
Dann brach lauter Applaus aus. Die Menschen erhoben sich von ihren Plätzen. Einige Frauen wischten sich die Tränen aus den Augen.
Der Prinz stand langsam auf. Einige Sekunden lang betrachtete er das Mädchen.
Dann sagte er laut:
— Ich habe meine Wahl getroffen.
Der Saal verstummte erneut.
— Ich werde dich heiraten. Nimm die Maske ab.
Aufgeregtes Flüstern ging durch den Palast. Alle wollten die Glückliche sehen.
Das Mädchen hob vorsichtig die Hände.
Und nahm die Maske ab.
Als die Anwesenden sahen, was sich hinter der Samtmaske verbarg, waren der gesamte Palast und sogar der Prinz vollkommen schockiert 😳😱 Die Fortsetzung dieser Geschichte finden Sie im ersten Kommentar 👇
Im nächsten Augenblick ging ein gemeinsames Keuchen durch den Saal.
Viele Gäste erstarrten förmlich.
Einige Hofleute konnten ihren Augen nicht trauen. Denn vor ihnen stand weder die Tochter eines Grafen noch die Erbin eines reichen Adelsgeschlechts. Keine Fürstin und keine Prinzessin.
Vor dem Prinzen stand eine einfache Palastdienerin.
Genau das Mädchen, das jeden Tag die Flure reinigte, Blumen in die Gemächer brachte und in der Küche half.
— Das ist unmöglich …
— Eine Dienerin?
— Wie ist sie überhaupt in den Wettbewerb gekommen?
Die Menschen blickten einander erschüttert an.
Das Mädchen senkte den Blick.
Sie wusste, dass man sie jeden Moment aus dem Palast werfen konnte.
Schließlich fragte der Prinz:
— Bist du es wirklich?
Die Dienerin nickte leise.
— Verzeiht mir, Eure Hoheit. Ich wusste, dass man mich niemals zur Teilnahme zulassen würde. Deshalb habe ich eine Maske aufgesetzt und einfach mein Glück versucht.
Das Mädchen holte tief Luft und fügte hinzu:
— Ich liebe Euch schon lange. Wahrscheinlich ist das töricht. Ich wusste, dass ich keine Chance habe. Aber wenigstens einmal wollte ich, dass Ihr meine Stimme hört.
Nach diesen Worten erwarteten viele den Zorn des Prinzen.
Doch er lächelte plötzlich.
Dann stieg er von seinem Thron herab.
Der gesamte Saal beobachtete ihn in völliger Stille.
Der Prinz trat zu der Dienerin und nahm ihre Hand.
— Genau deshalb habe ich angeordnet, dass alle Masken tragen.
Die Gäste sahen sich überrascht an.
— Ich wollte keine Titel und keinen Reichtum sehen. Ich wollte einen Menschen finden, der mein Herz berühren kann. Und heute habe ich diesen Menschen gefunden.
Die Lippen des Mädchens begannen zu zittern. Tränen liefen ihr über die Wangen.
Der Prinz wandte sich den Gästen zu und verkündete laut:
— In einem Monat wird unsere Hochzeit stattfinden.
Diesmal brach der Saal in tosenden Applaus aus.
