Die Katze weckte ihre Besitzerin jede Nacht und jagte sie aus dem Schlafzimmer: Die Frau dachte, die Katze hätte psychische Probleme, bis sie sie zum Tierarzt brachte

Die Katze weckte ihre Besitzerin jede Nacht und jagte sie aus dem Schlafzimmer: Die Frau dachte, die Katze hätte psychische Probleme, bis sie sie zum Tierarzt brachte 😢😲

Ich bin Tierarzt, und man ruft mich oft nachts an. Die Menschen sind überzeugt, dass du, wenn du ein Diplom hast, alles lösen musst — vom Niesen eines Hundes bis zur Rettung ihres Lebens. Aber Anna rief am Tag an. Und in ihrer Stimme lag eine solche Müdigkeit, als hätte sie seit mehreren Monaten nicht geschlafen.

— Guten Tag, ist das die Klinik? Ich heiße Anna. Ich habe einen Termin bei Ihnen. Ich habe ein Problem mit meiner Katze… Sie lässt mich nicht schlafen.

Der Satz „Die Katze lässt mich nicht schlafen“ kann alles Mögliche bedeuten. Aber in ihrer Stimme lag keine Gereiztheit, sondern Sorge.

Anna kam ordentlich gekleidet, etwas angespannt. Etwa fünfundfünfzig Jahre alt, strenger Haarschnitt, ein Mantel in der Farbe ihrer Stiefel. Die Transportbox hielt sie vorsichtig, als wäre darin Porzellan.

— Das ist Luna, — sagte sie. — Ein schöner Name, mein Mann hat ihn ausgesucht. Aber nachts ist sie keine Luna, sondern ein Wecker mit Krallen.

Aus der Transportbox schauten mich große Augen an. Eine große graue Katze, dichtes Fell, ruhiger Blick. Keine Aggression.

— Was passiert? — fragte ich.

Anna atmete tief durch.

— Sie weckt mich jede Nacht. Immer ungefähr um drei oder vier Uhr morgens. Zuerst berührt sie vorsichtig mit der Pfote meine Wange. Wenn ich nicht reagiere, schlägt sie stärker zu. Sie kann auch in die Hand beißen. Sie zieht mir die Decke weg. Bis ich aufstehe und ins Wohnzimmer gehe, um auf dem Sofa zu schlafen, beruhigt sie sich nicht. Und sobald ich gehe, legt sie sich auf mein Kissen und schläft bis zum Morgen.

— Wie lange dauert das schon?

— Etwa drei Monate. Zuerst dachte ich, ihr Charakter hätte sich verschlechtert. Dann dachte ich, es läge an meinen Nerven. Der Therapeut sagte, es sei Schlaflosigkeit durch Stress. Er gab mir ein Beruhigungsmittel. Aber es wurde nicht besser.

Luna saß ruhig neben ihrer Besitzerin und ließ sie nicht aus den Augen. Ich untersuchte die Katze. Herz gleichmäßig, Atmung klar, Gewicht normal. Ein völlig gesundes Tier.

Und in diesem Moment wurde mir plötzlich mit Schrecken klar, dass die Katze überhaupt keine psychischen Probleme hatte und dass hier etwas viel Schrecklicheres geschah 😢🫣 Die Fortsetzung der Geschichte habe ich im ersten Kommentar erzählt 👇👇

— Anna, — fragte ich, — wie fühlen Sie sich, wenn sie Sie weckt?

Sie dachte nach.

— Schlecht. Mein Herz schlägt schnell. Mein Mund ist trocken. Manchmal habe ich das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Zuerst denke ich, mein Blutdruck steigt. Ich lege mir eine Tablette unter die Zunge und gehe aufs Sofa. Dort wird es nach einer Weile besser.

— Hat Ihnen jemand einmal gesagt, dass Sie schnarchen?

Sie wurde verlegen.

— Eine Nachbarin sagte einmal, dass ich nachts scheinbar aufhöre zu atmen und dann plötzlich scharf einatme.

Ich sah die Katze an. Sie ließ Anna nicht aus den Augen.

— Es sieht so aus, als würde Luna Sie nicht wecken, weil sie böse ist, — sagte ich. — Möglicherweise reagiert sie auf das, was mit Ihnen im Schlaf passiert. Tiere spüren, wenn sich die Atmung verändert oder der Herzschlag seltsam wird. Für sie ist das ein Alarmsignal.

Anna sah mich an, als hätte ich etwas Seltsames gesagt.

— Sie wollen sagen, sie rettet mich?

— Ich kann das nicht beweisen, — antwortete ich. — Aber ich bin sicher, dass das Problem nicht bei der Katze liegt. Sie müssen Untersuchungen machen lassen. Blut, Zucker, das Herz überprüfen, vielleicht auch die Atmung im Schlaf. Beginnen Sie damit.

Sie schwieg lange, dann nickte sie.

Eine Woche später rief Anna wieder an. In ihrer Stimme war diese dumpfe Müdigkeit nicht mehr.

— Ich habe die Untersuchungen gemacht, — sagte sie. — Mein Blutzucker ist erhöht. Und der Arzt hat mich zum Kardiologen geschickt. Sie haben Probleme mit dem Herzen gefunden. Sie sagten, dass nachts manchmal Atemaussetzer auftreten. Ich wurde zu weiteren Untersuchungen geschickt. Der Arzt sagte, das sei ernst.

Sie schwieg kurz und fügte leise hinzu:

— Wenn Luna mich nicht geweckt hätte… hätte ich weiterhin alles auf die Nerven geschoben.

Jetzt wird Anna behandelt. Man hat ihr Medikamente verschrieben und eine Schlaftherapie empfohlen. Sie schläft schon besser. Luna kommt nachts immer noch, aber jetzt legt sie sich einfach neben sie und schnurrt leise.