Meine Tochter rief mich mitten in der Nacht an und flehte: „Mama, mach bitte die Tür auf, mir ist so kalt“: Als ich das hörte, erstarrte ich vor Entsetzen, denn meine Tochter ist vor vier Jahren gestorben 😨😱
Als ich in den Hof hinaussah, erblickte ich auf der Veranda etwas Seltsames.
Das Telefon klingelte kurz nach ein Uhr nachts, als das Haus längst in tiefe Stille versunken war. Die Mutter lag im Dunkeln und hörte, wie die alte Wanduhr mit dem Messingpendel, die sie noch von ihrer eigenen Mutter geerbt hatte, einen dumpfen Schlag schlug. Fast unmittelbar danach ertönte im Wohnzimmer das Telefon.
Sie richtete sich langsam im Bett auf und lauschte. In diesem Haus war ihr jedes Geräusch vertraut: das Knarren der Diele an der Schwelle, das leise Seufzen der Heizung, das kaum hörbare Rauschen des Windes vor dem Fenster. Die Beine gehorchten ihr nur schlecht, besonders nachts, doch sie tastete nach den Hausschuhen, zog den Bademantel über und ging durch den dunklen Flur zum Telefon.
Der Hörer war warm. Die Mutter presste ihn ans Ohr und war auf alles gefasst — nur nicht auf das, was sie als Nächstes hörte.
— Mama, mach bitte die Tür auf. Mir ist sehr kalt.
Die Stimme war schmerzhaft vertraut. Die Intonation, das leichte Ziehen der Vokale am Satzende, die Art leise zu sprechen, als würde sie sich für die Störung entschuldigen. So sprach Anna. So hatte sie immer gesprochen.
Die Mutter spürte, wie sich in ihr alles zusammenzog. Ihr Verstand erinnerte sie sofort daran, dass Anna seit vier Jahren nicht mehr am Leben war: Sie war nach einem schrecklichen Unfall gestorben. Die Mutter selbst hatte den Sargdeckel geschlossen und fuhr jede Woche auf den Friedhof.
Und jetzt rief sie an. Aber wie?
— Ich stehe auf der Veranda, — fuhr die Stimme fort. — Bitte mach auf.
Die Mutter wusste selbst nicht, wie sie zur Haustür gelangt war. Sie schaltete das Licht auf der Veranda ein und presste ihr Auge an den Türspion. Vor der Tür sah sie etwas, das sie mit Grauen erfüllte 🫣😱 Fortsetzung im ersten Kommentar 👇👇
Der Hof war leer. Unter der Laterne lag nasser Asphalt, eine alte Bank zeichnete sich dunkel an der Wand ab, und sonst war niemand da.
— Anna, bist du das wirklich? — fragte sie mit zitternder Stimme, ohne den Blick vom Spion zu lösen.
Am anderen Ende der Leitung entstand für einige Sekunden eine Pause, dann erklang ein fremdes, unbeholfenes Lachen.
— Nein… entschuldigen Sie. Ich bin nicht Anna. Ich heiße Emma. Ich glaube, ich habe mich verwählt. Ich habe etwas getrunken und mich vertan… Es tut mir leid.
Die Mutter legte den Hörer langsam auf und stand noch lange vor der Tür, starrte in die Leere hinter dem Spion und begriff, dass das Unheimlichste in dieser Nacht nicht der Anruf gewesen war, sondern wie leicht ihr Herz daran geglaubt hatte.

